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Martini, Manuela
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Luckygirl461 Offline
Rezensent August '10
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Beitrag: #1
Martini, Manuela
Interview zwischen Luckygirl461 und Manuela Martini – 06. April 2010


luckygirl: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen ? Hatten Sie schon immer das Gefühl, schreiben zu müssen oder gab es ein Schlüsselerlebnis in Ihrem Leben ?
Manuela: Mein erstes Buch, das ich auch selbst gelesen habe, war ein Indianer – Abenteuerbuch, das mir sehr gefallen hat. Keine Ahnung, ob das ein Schlüsselerlebnis war. Als 8 – 9 jährige hab ich Urlaubstagebücher geschrieben, die zum Teil erfundene Erlebnisse beinhalteten, einfach weil mir die spannender erschienen.


luckygirl: Wo haben Sie Ihre Romane (zuhause, oder im Cafe oder im eigenen Büro) geschrieben ?
Manuela: Notizen zu Kapiteln oft unterwegs, aber das Schreiben selbst passiert zuhause.

luckygirl: Wie haben Sie Ihre geschrieben mit Bleistift und Block, mit der Schreibmaschine, am PC ?
Manuela: Für Notizen und Planung eines Romans benutze ich alles, was ich finde, Schmierpapier, Blocks, Servietten, wenn gerade nichts anderes da ist. Den Roman selbst schreibe ich am PC.

luckygirl: Wann haben Sie zu schreiben begonnen ?
Manuela: Kann mich nicht mehr genau erinnern.
Professionell wurde es im Jahr 2000, als ich mit dem ersten Shane O’Connor anfing.


luckygirl: Wie schwer ist es Ihnen gefallen Ihre Krimiserie „Shane O`Connor“, zu schreiben ?
Manuela: Schwer? Dazu gibt es keine Richterskala. Jedes Buch hat seine Tücken, die erst beim Schreiben auftauchen. Manchmal geht es zuerst ganz leicht, und plötzlich geht erstmal nichts mehr.
Durch meine Aufenthalte in Australien während der vergangenen 10 Jahre habe ich viele Ideen für viele Romane gesammelt.


luckygirl: Welchen Unterschied gibt es für Sie zwischen einem Jugendbuch und einem Buch für Erwachsene ?
Manuela: Ein Erwachsenenbuch ist für mich komplexer. Es ist nicht nur vom Seitenumfang her umfangreicher sondern enthält auch mehr Handlungsstränge. Die Figuren sind in meinem Fall - Erwachsene und haben damit andere Konflikte und Probleme als Jugendliche.
Spannend ist, als Erwachsener Jugendbücher zu lesen – und für mich auch zu schreiben – da Themen oft direkter angegangen werden, und oft mehr gehandelt wird. Außerdem ist die Jugendzeit ja auch ein spannender Lebensabschnitt an sich schon, in dem sehr viel Neues passiert und zum ersten Mal erlebt wird.



luckygirl: Viele Autoren leiden hin und wieder an einer Schreibblockade. Ging es Ihnen einmal ähnlich? Wie bewältigen Si eine solche Situation ?
Manuela: Schreibblockaden sind oft ganz plötzlich da. Eben noch hat man täglich 10 Seiten geschafft, alles ist nur so geflossen und dann – Peng – nichts geht mehr.
Manchmal liegt es daran, dass ich mich überarbeitet, irgendwie „leer“ geschrieben haben, manchmal auch daran, dass ich gern mal was anderes an diesem Tag tun würde, also ganz einfach keine Lust zum Arbeiten haben, oder dass ich mich vor den vielen leeren Seiten fürchte oder dass ich an ein Thema oder eine Szene nicht dran will.
Gegen Schreibblockaden gibt es für mich kein Patentrezept. Manchmal hilft einfach aufhören, ein paar Tage ausspannen, etwas ganz anderes tun, manchmal versuche ich einen anderen Zugang zu einem Thema zu bekommen, so dass ich wieder neugierig werde und die Lust an der Geschichte zurückkommt.




luckygirl: Haben Sie nach Konzept oder eher einfach „drauf los“ geschrieben?

Manuela: Ohne Konzept schreiben funktioniert nur beim Tagebuchschreiben, behaupte ich, oder wenn man ein Thema sucht, wenn man sich an etwas rantastet.
Dann aber braucht es ein Konzept. Wie detailliert es ausfällt ist unterschiedlich, aber es muss klar sein, worum es in diesem Buch geht, wer die Hauptfiguren sind und was die Hauptkonflikte sind.
Grundsätzlich verlangen das auch die Verlage, wenn man einen Vertrag aushandelt oder beginnt, sich mit dem Lektor, über ein geplantes Buch zu unterhalten.



luckygirl: Was inspiriert Sie generell bzw. woher stammen die Ideen zu Ihren Werken?

Manuela: Menschen, Situationen, Zeitungen, Internet, Filme, eigene Erlebnisse, Erinnerungen, andere Bücher … alles -

luckygirl: Wie sehr bindet man sich an die Figuren im Buch ? Fällt der Abschied schwer, wenn man das Buch beendet hat ?
Manuela: Meistens sehr schwer. Ich falle in das berühmte schwarze Loch, selbst wenn schon das nächste Buch darauf wartet, geschrieben zu werden.
Schließlich entlasse ich ja die Geschichte, ihre Figuren, die mir ans Herz gewachsen sind, in die Welt – in die Köpfe anderer Menschen, und ich weiß vorher nicht, wie diese Menschen mit den Figuren umgehen, ob sie sie wirklich lieben oder hassen oder überhaupt etwas bei ihnen empfinden



luckygirl: Welches Genre bevorzugen Sie selbst? Möchten Sie uns Ihre Lieblingsautoren verraten ? Haben Sie literarische Vorbilder ?
Manuela: Ich lese gern Krimis aber auch Biographien, Romane, Sachbücher, eher keine historischen Romane.
Gerade lese ich den ersten Malcolm Fox Krimi von Ian Rankin, der mir sehr gut gefällt, Dan Winslow gehört zu meinen Favoriten, dann T.C. Boyle, Stewart O’Nan, Robert Harris …



luckygirl: Ihr Buch „Sommernachtsschrei“ ist zu Beginn des heurigen Jahres erschienen. Wollen Sie uns ein bisschen etwas davon erzählen ?
Manuela: Der Roman spielt in Süddeutschland, am Chiemsee, in einem fiktiven Ort namens Kinding. Die 15 jährige Franziska kehrt nach einem Jahr dorthin zurück, wo sie bei einer Sommerparty am See ihren Freund mit dem Ruder erschlagen hat, um endlich das schwarze Loch in ihrer Erinnerung zu füllen. Wie hatte sie das nur tun können?

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Franziska erzählt und so, wie sie Stück für Stück Erinnerung sammelt, setzt sich auch für uns das Bild schließlich zusammen.
Auf diese Art Spannung zu erzeugen hat mich sehr gereizt.



luckygirl: Arbeiten Sie schon an einem neuen Buch ?
Manuela: Ich arbeite gerade an einem neuen Jugendbuch, wieder einem Arena-Thriller, der diesmal in Australien spielt.
Außerdem bin ich mit einem neuen Erwachsenenroman beschäftigt, der unter dem Namen Fran Ray erscheinen wird.
Der erste Fran Ray-Thriller „DIE SAAT“ ist im als Premieren-Erscheinung bei Bertelsmann CLUB herausgekommen, und wird ab September mit im Buchhandel als Lübbe-Taschenbuch veröffentlicht. Ein ziemlich spannender und realistischer Ökothriller, für den bereits Übersetzungsrechte in vier Länder verkauft wurden, unter anderen auch nach Frankreich.



luckygirl: Wir sind ein Internet-Forum, daher noch die obligatorische Frage, ob und wie nützen Sie das Internet und welches ist Ihre Lieblingsseite im www ?
Manuela: Ohne das Internet wären solche komplexen Romane wie z.B. mein Thriller DIE SAAT gar nicht denkbar. Ich hätte jahrelang durch Bibliotheken und durch die Welt ziehen müssen, um all die Informationen zusammen zu bekommen.
Aber auch für die Jugendromane recherchiere ich dort. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, ohne Internet sein zu müssen.
Eine Lieblingsseite kann ich beim besten Willen nicht nennen …
Wikipedia besuche ich oft und gern, dort finde ich oft erste Informationen zu Orten, Begriffen, Ritualen, Krankheiten … alles was eben ein Schriftsteller so braucht



luckygirl: Was denken Sie generell über Bücherforen ?
Manuela: Sie sind eine gute Möglichkeit, sich mit anderen über Bücher auszutauschen und damit geben sie Büchern auch einen Mehrwert. Der Leser setzt sich nicht nur selbst – und allein – mit dem Buch auseinander, sondern auch mit denen, die dasselbe Buch gelesen haben, bzw. er macht andere auf ein Buch aufmerksam, kommuniziert das Thema, macht das Buch lebendiger.


Herzlichen Dank für das tolle Interview, Manuela!

Liebe Grüße
Ulli


Jänner 2010 - 13 Bücher - 7.196 Seiten - 26 Rezis
220 Bücher = 90.373 Seiten - 284 Rezis – 2009
197 Bücher = 78.711 Seiten - 2008

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.04.2010 06:08 von Monalou.)
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