Cronin, Justin: Der Übergang
Im Mittelpunkt von Cronins Endzeitepos steht Amy, ein gerade mal sechsjähriges Mädchen, das auf Anweisung eines Arztes von zwei FBI- Agenten verschleppt wird. Sie landet auf einem medizinischen Versuchsgelände und soll die ideale Versuchsperson, die Krönung eines mysteriösen Experimentes sein. Zwölf Probanden wurden schon mit einem Virus infiziert. Das Ziel des Ganzen: Die Unsterblichkeit des Menschen. Doch dieser Versuch gerät außer Kontrolle und was die Mediziner da entfesselt haben, sprengt alle Grenzen der Vorstellungskraft. Eine ungeahnte Welle der Zerstörung und der Gewalt beherrscht fortan den amerikanischen Kontinent. Einer der FBI- Agenten, Brad Wolgast, bekommt Gewissensbisse und es gelingt ihm Amy in letzter Sekunde zu befreien und mit ihr zu fliehen. Jedoch lässt Wolgast bei der Flucht sein Leben und Amys Spur verliert sich daraufhin in den Wirren der Apokalypse.
Über neunzig Jahre später taucht Amy vor den hermetisch abgeschirmten Toren einer Kolonie weniger Überlebender des Alptraumszenariums wieder auf. Das Misstrauen ihr gegenüber ist groß, wirkt sie doch alterlos und fremd. Jedoch wird einigen der Kolonisten bald klar, dass Amy vielleicht der einzige Schlüssel zu ihrer Rettung ist.
Mit seinen 1024 Seiten ist es ein gewaltiges Werk zwischen zwei Buchdeckeln und dennoch nur der erste Teil einer Trilogie aus der Feder von Justin Cronin. Die Geschichte umfasst mehrere Erzählstränge und obwohl Amy für die Handlung sehr wichtig ist, geht sie zeitweise zwischen den vielen Nebenfiguren etwas unter. Die einzelnen Charaktere, besonders die Kolonisten sind sehr gut herausgearbeitet und nachvollziehbar. Als Leser fällt es einem leicht mit einzelnen Personen mit zu fiebern. Manche werden jedoch auch zu eingehend behandelt, obwohl sie für die Handlung keine entscheidende Rolle spielen. Dadurch entstehen zeitweise Längen. Dem Autor gelingt es trotzdem Spannung zu erzeugen. Die vom Virus befallenen Menschen, nun "Virals" genannt, sind keine romantisch verklärte Vampirspezies, die einzige Ähnlichkeit: sie können fliegen, trinken Blut und vertragen kein Licht, ansonsten sind sie jedoch eher einem Splatterfilm entstiegen, überdimensionale fliegende, blutdürstende Kreaturen. Bei der Handlung bleiben zum Ende Fragen offen, "Der Übergang" ist eben auch nur der Auftakt eines Dreiteilers. Trotz dessen finde ich den Punkt für das Ende gut gewählt, man wird als Leser auch nicht vollkommen im Regen stehen gelassen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Autor für die nächsten Romane nicht jeweils vier Jahre Zeit zum Schreiben benötigt, da er mich mit seiner ersten Geschichte letztendlich doch infiziert hat und ich darauf dürste zu erfahren, wie es weitergeht.
Veröffentlicht am 27.07.10!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.07.2010 06:26 von Monalou.)
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