LadyKafka
Literatur-Gott 
         
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Ich lese gerade:
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Niffenegger, Audrey: Die Zwillinge von Highgate
Inhalt:
Als Elspeth stirbt setzt ihr Tod eine Reihe von Ereignissen in Gang die sich noch als sehr Fatal erweisen werden... Ihren gesamten Besitz vererbt sie nicht etwa ihrer großen Liebe Robert sondern ihren Nichten, den Zwillingen Valentina und Julia - die Töchter von Elspeth Zwillingssschwester...
Als die beiden jungen Frauen im alter von 21 ihr Erbe antreten und nach London reisen wissen sie nicht genau was sie erwarten wird. Da ist zum einen Martin, der Nachbar einen Stock über ihnen, der mit seinen Zwängen seine eigene Frau aus dem Haus getrieben hat und sie nun schrecklich vermisst und da ist Robert der eigentlich an seiner Doktorarbeit über den nahegelegenen Highgate Friedhof schreibt aber von Elspeth einfach nicht los kommt. Und da ist Elspeth selbst, die als Geist in der Wohnung der Zwillinge ihr Unwesen treibt...
Meine Meinung:
Ich mochte Die Zwillinge von Highgate sehr, auch wenn ich es lange nicht so gut finde wie Die Frau des Zeitreisenden, welches mir so sehr gefallen hat das es wehtat. Aber ich versuche es losgelöst davon zu bewerten und schon habe ich ein sehr schönes Buch dessen Grundton mir gut gefallen hat. Ich mag es wenn es eher melancholisch ruhig zu geht, ohne viel Aufhebens. Obwohl ich das Familiengeheimnis recht schnell gelöst hatte (wenn auch nicht ganz so wie im Buch) und mir auch das Ende in einigen Teilen irgendwie klar war, hat das Audrey Niffenegger geschafft mich dennoch zu fesseln und vor allem Valentine die etwas jüngere der Zwillinge mochte ich recht schnell. Ihr Verhalten konnte ich schon sehr gut nachvollziehen, mag sein das einige es als Unreif beschreiben würden, andererseits ist sie auch noch sehr jung sodass es irgendwie auch zu ihr passt. Überhaupt geht es vor allem auch um die Beziehung zwischen Zwillingen und was geschehen kann wenn man nicht in der Lage ist miteinander vernünftig zu reden. Ich für meinen Teil konnte da einiges doch schon nachempfinden. Elsbeth (sie ist der Geist und die Tante der Zwillinge, die spukt in deren Wohnung) selbst war mir von Anfang an nicht wirklich sympathisch und gegen Ende wurde meine Skepsis ihr gegenüber auch bestätigt.
Martin (einer der Nachbarn) mochte ich ebenfalls, irgendwie ist er in seiner ganzen Art sehr liebenswürdig und ich finde die Autorin hat es auch geschafft für die Beschreibung seiner Zwangsstörung den richtigen Ton zu finden. Es laufen im Endeffekt mehrere Erzählstränge nebeneinander her die sich dann nach und nach treffen. So etwas gefällt mir ja auch immer recht gut.
Das Ende war wie gesagt schon irgendwie klar, auch wenn ich es andererseits wieder sehr passend fand, vor allem in Hinblick auf den Grundton des Romans. Ich finde letztendlich haben so manche das bekommen was die verdient haben und andere die Chance ihrem Leben eine völlig neue Richtung zu geben.
Insgesamt betrachtet finde ich das die Zwillinge von Highgate eine schöne Erzählung sind in der es meiner Meinung nach weniger um Liebe geht als um die familiären Verwicklungen, einen Geist, eine wirklich rührende Liebesgeschichte (Martin betreffend) und um den wunderschönen Highgate Friedhof, der die heimliche Hauptfigur des Romans ist.
veröffentlicht am 29. Juli 2010!
Seltsam im Nebel zu wandern...
[Hermann Hesse]
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| 29.07.2010 08:01 | Top |
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